Danke für 2017

 

Die Zeit vergeht nicht schneller als früher,
aber wir laufen eiliger an ihr vorbei.
(George Orwell)

Immer zu Weihnachten fragen wir uns, wie das sein kann. Das Jahr ist schon wieder vorbei und dabei war doch erst gestern Weihnachten. Zeit ist eine der wenigen konstanten in unserem Leben, die sich nicht ändern oder manipulieren lässt, auch wenn wir uns das manchmal wünschen.

Wenn ich mir aber die Zeit nehme und in die vergangenen 12 Monate zurückschaue, stelle ich fest, dass wieder so einiges passiert ist und ich viel erlebt habe.

Im Januar bereits habe ich mir nach langer Überlegung zu meinem zwei Fährrädern noch ein Fitness/Rennrad gegönnt. Das Bike begleitet mich auf einer schnellen Runde um den Steißlinger See oder hat auch schon den Einsatz beim Tuttlinger Duathlon gefunden, welchen ich für mich überraschend mit einer Podest Platzierung abschließen konnte.

Ebenfalls im Januar beginnt in Daves Kopf eine wahnwitzige Spinnerei zu wachsen. Immer wieder fragte er mich, ob ich mich um die Karten für ein NFL London Game 2017 kümmern würde. Schließlich wollte ich das Thema beenden und sagte nur: Entweder du hörst jetzt damit auf, oder ich kauf zwei Karten und dann gibt es kein Zurück mehr. Seine Antwort ganz trocken: Worauf wartest Du, meine Königin hat schon zugestimmt. 😮 Somit war das beschlossene Sache, wir würden uns im Oktober auf nach London machen um Live im Stadion dabei zu sein, wenn Rasenschach mit Kühlschränken (beliebte Ausdrucksweiße des französischen Football Nationaltrainer Patrick Esume) gespielt wird.

Ebenfalls inzwischen ein fester Termin im Jahresablauf ist der erste Sonntag im Februar. Super Bowl Time. In dieser Nacht sitzen David und ich gemeinsam vorm TV mit selbstgemachten Burgern und schauen uns das Saisonfinale der NFL an und was wir dieses Jahr gesehen haben, ist unbeschreiblich. Ein solch spannendes Finale war noch nie dagewesen. Und am Morgen danach wurde die Reise nach England zur NFL fest gebucht. Unsere Wahl fiel auf das Spiel der Minnesota Vikings gegen Cleveland Browns, später mehr dazu.

Das Frühjahr war dann wieder von einigen Sportereignissen geprägt. Teilnahme am Laufevent Run and Fun in Tuttlingen bei dem ich meine Zeit auf der 10km Strecke im Vergleich zum Vorjahr um mehr als 6 Minuten verbessern konnte, dennoch leider knapp an der 50 Minuten Grenze gescheitert bin. Aber bei Temperaturen um die 30° Grad ist das wie ich finde schon jammern auf hohem Niveau.

Dann Teilnahme an der UCI Mountainbike Marathon WM in Singen. Zeitgleich mit den weltbesten Mountainbiker auf der Strecke ist ein Erlebnis was man vermutlich nicht so oft in seinem Leben haben wird und angefeuert zu werden als wäre man selbst der Profi unbeschreiblich. So fühlt man sich im Ziel dann selbst wie ein kleiner Weltmeister.

Abschließend dann im Juli der eingangs erwähnte Duathlon in Tuttlingen, welchen ich für mich völlig überraschend mit einer Podest Platzierung abschließen konnte. Aber die Kombination aus Rennen und Fahrrad fahren mit abschließendem Zielsprint ist gar nicht so einfach. Vor allem beim Rundenfahren mit dem Rennrad den Überblick zu behalten. Beinahe wäre ich auf eine freiwillige Extrarunde gefahren.

Langsam ging es dann auch auf den Sommerurlaub zu, für den in diesem Jahr eigentlich nichts geplant war, zumal noch die London Reise anstand. Doch wie das so ist, wenn nichts geplant ist, passieren die komischsten Dinge. Kurz vor Urlaubsbeginn stand für mich die Überlegung im Raum, doch wieder für ein paar Tage an den Lago Maggiore zu fahren, dann aber die wahnwitzige Idee einmal nach Mountainbike Urlauben zu schauen.
Schneller als gedacht wurde ich auf ein sehr interessantes Angebot in Ischgl aufmerksam.
5-Tage Mountainbike Pauschalurlaub mit geführten Touren durch die Silvretta Bike Academy und Übernachtung im 4 Sterne Superior Hotel Fliana. Da ich bereits komplette Schutzausrüstung fürs Trail fahren hatte wurde hier nicht lange überlegt. Bereits drei Wochen später wurde das Auto gepackt und es ging ab in die Berge. Der Torsten fährt zum Urlaub in die Berge, ja ich bin immer wieder selbst über mich überrascht. Aber es war unbeschreiblich schön. Die Gruppe war sehr sympathisch, sehr amüsant vor allem, wir wohnen alle im Umkreis von ca. 150 – 200km. bzw. anders ausgedrückt. Wir kommen alle aus Baden-Württemberg. Zum Urlaub selbst kann ich eigentlich nur eines sagen, das wird nicht das letzte Mal in Ischgl gewesen sein. Ich konnte derart gut abschalten, den ganzen Alltag hinter mir lassen und einfach das biken, sei es auf Trails oder auf Touren zu diversen Hütten genießen. Klar war es auch anstrengend. Aber anstrengend auf eine schöne Art.

Ebenfalls habe ich im Sommer Anschluss an eine Mountainbike Gruppe hier vor Ort in Radolfzell gefunden. Wöchentliche Ausfahrten auf den heimischen Trails am Bodensee stehen dort auf der Tagesordnung. Ich bin immer wieder begeistert was für schöne stellen wir rund um den Bodensee haben.

So langsam bewegen wir uns auf das Jahreshighlight London zu, doch davor sollte ich noch eine Gruppe oder besser gesagt Verein kennen lernen der einen alten Ehrgeiz in mir wieder wecken würde.
Zwischen meinem 14 und 18 Lebensjahr war ich immer wieder mal in Singen auf der Kartbahn. Ich war ja schon immer Motorsportbegeistert, egal ob das die Formel 1 oder die DTM war, alles schon mehrfach Live gesehen. Aber selbst ins Lenkrad zu greifen. Selbst an Rennen teilzunehmen schien doch etwas aus der Reichweite. Dachte ich.

Ich lernte durch Kim den Verein Alemannenring Racing, ansässig in Singen kennen. Dieser Verein veranstaltet die HBKM (Hegau Bodensee Kartmeisterschaft). Hierbei handelst es sich um eine Leihkartmeisterschaft bei welcher keine Rennfahrerlizenz benötigt wird. Die Mitgliedschaft selbst im Verein verpflichtet noch nicht zur Teilnahme an den Rennen. Im Gegenteil, die Rennen muss jeder Teilnehmer selbst finanzieren durch den Verein hat man aber die Möglichkeit an vergünstigten Trainings abgestimmt auf die nächsten Rennen teilzunehmen. Die Unterschrift auf dem Anmeldeformular war schneller als unter manchem Kaufvertrag gesetzt und so habe ich zu diesem Zeitpunkt bereits die ersten Rennen hinter mir bei denen es zum Jahresabschluss in erster Linie für mich darum ging Erfahrung zu sammeln und mich für die kommende Saison vorzubereiten.
Aber auch im Verein selbst finde ich mich gut zurecht, ich habe das Gefühl, dass sich verrückte immer von selbst finden und so macht es auch eine Menge Spaß sich für Nebentätigkeiten einzubringen. Zuletzt sind wir an einem Samstag für ein paar Stunden Unterwegs gewesen um unser Jahreshighlightvideo zu drehen. Was für ein Spaß!

Bei Interesse, geplant ist der Release für den Samstag den 23.12.2017 auf dem YouTube Kanal des Alemannenring Racing 

Und auch durch den Verein habe ich wieder zurück an die Singener Hallenkartbahn gefunden. Unfassbar wie die sich in den vergangenen 16 Jahren verändert hat, aber auch dort habe ich super nette Leute kennengelernt. Was mich auch dort so begeistert, man hilft sich gegenseitig wo man kann. Sei es während den Rennen, wenn man gerade nicht im Kart sitzt und die Tanks aufgefüllt werden müssen, oder mal Streckenpersonal für ein Rennen aussetzen muss. Es ist mehr als nur hingehen ein zwei Runden fahren und wieder heimgehen. Es ist Freundschaft und die Begeisterung an einem gemeinsamen Hobby.

Aber kommen wir zum 28. Oktober. Geplanter Abflug in Zurüch 12:05 Uhr, mit Verspätung gestartet ging es dann endlich los. Es war von Anfang an klar, dass wir den Samstagnachmittag und Abend für Speedsiteseeing nutzen werden, denn wenn man schon mal in London ist, dann will man auch so bekannte Orte wie Westminster Abbey, Tower Bridge, den Buckingham Palace oder auch die bekannten roten Telefonzellen selbst gesehen haben.

Sonntag dann der große Tag. Früh machten wir uns auf nach Twickenham zum alt Ehrwürdigen Rugby Stadion welches die Heimatstädte der englischen Nationalmannschaft im Rugby ist. Auf dem Weg dorthin war alles sehr britisch, genau wie man es erzählt bekommt. Kleinen Vorstadthäuschen, mit ihren kleinen Gärten.


Und dann steht man vor diesem unglaublich großen Stadion mitten im Vorort von London. Einfach nur WOW. Kein bisschen Unruhen, keine Tumulte alles friedlich egal welches Trikot. Alle freuen sich nur auf eins, diesen unfassbar tollen Sport der so fern scheint, Live zu erleben.

Und wenn es dann endlich am frühen Nachmittag soweit ist. Man im Stadion sitzt und auf der großen Leinwand die Mannschaften mit Ihren Introvideos angekündigt werden und dann selbst durch den Tunnel stürmen, spätestens dann ist man sprachlos. Es war ein unbeschreiblich schöner Kurztrip und eines sind wir uns heute schon einig. Das war nicht unser letztes NFL Liveerlebnis

Ja was bleibt mir zum Schluss noch zu schreiben. So ist wieder ein Jahr vergangen. Ich bin dankbar das ich mich bester Gesundheit erfreue, meine sportlichen Aktivitäten sei es Moutainbiken, Schwimmen, Laufen oder auch weiterhin das Boxen so einfach ausleben kann. Meinen Hobbys so unbeschwert nachgehen kann und auch immer wieder neue Dinge finde, neue Leute kennenlerne und sich neue Freundschaften entwickeln.

Ich wünsche Euch allen alles Gute, freut Euch auf Weihnachten und die Ruhe. Startet gut ins neue Jahr und abschließend habe ich ein Zitat für Euch, welches für mich eigentlich wie ein kleiner Leitsatz geworden ist.

Zeit, die wir uns nehmen, ist Zeit, die uns etwas gibt.
(Ernst Ferstl)

Also nehmt Euch die Zeit!

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